Immer beliebter, nicht nur unter Diabetikern: die süßen Auszüge der Stevia rebaudiana Betroni.

Seit Ende 2011 sind die süßen Bestandteile der „Stevia rebaudiana Bertoni“, die sogenannten Steviolglykoside, offiziell vom wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU als unbedenklich und damit verkehrsfähig eingestuft. Steviolglykoside (oder Stevioside) sind damit als Süßungsmittel in Lebensmittel erlaubt. Doch was ist Stevia eigentlich und welche Vorteile bietet es gegenüber anderen Süßstoffen? Das Gesundheitsinstitut Deutschland hat sich dieser Frage intensiv gewidmet und gibt hilfreiche Antworten.

Definition „Stevia“

Inzwischen gibt es eine Fülle an unterschiedlichen Stevia-Produkten. Der Begriff Stevia ist dabei noch nicht wirklich definiert. Während die einen unter Stevia die Pflanze verstehen, verwenden Hersteller diesen Begriff auch gerne für Steviolglykoside. Wir haben die verschiedenen Arten und Produkte zusammengetragen und erklären die Unterschiede.

Die Pflanze: „Stevia rebaudiana Bertoni“

Die Stevia-Blätter sind bis zu 300mal süßer als Zucker.

Der Name Stevia hat seinen Ursprung in der Stevia-Pflanze, die in Südamerika, genauer gesagt in Paraguay beheimatet ist. Inzwischen baut man die auch Honigkraut genannte Pflanze auch in China und im Mittleren Osten an. Ihre grünen Blätter haben neben einer sehr hohen Süßkraft auch viele Vitalstoffe, weshalb sie von den Indigo-Indianern in Paraguay auch als Heilkraut Verwendung findet.

Die süßen Bestandteile der Stevia-Pflanze: die Steviolglykoside

Mittels eines Extrahierungsverfahren (ähnlich der Herstellung von Zucker), werden den Stevia-Blättern die süßen Bestandteile entzogen. Das Ergebnis ist ein weißes Pulver, die sogenannten Steviolglykoside. Sie werden im asiatischen Raum schon seit den 70er-Jahren als Süßstoff verwendet und sind bis zu 300 mal süßer als Zucker.

Vorteile der Steviolglykoside:

  • keine Kalorien
  • schonend für die Zähne (keine Kariesbildung)
  • beeinflussen nicht den Insulinhaushalt
  • sind als völlig unbedenklich eingestuft (dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien)

Als Pulver: Steviolglykoside & Erythritol

Viele Hersteller fügen den Steviolglykosiden Erythritol bei, um eine leichtere Dosierbarkeit zu ermöglichen. Oft entsprechen diese Produkte dann einer 1:1 Süßkraft von Zucker. Erythritol ist ein natürlicher Zuckeralkohol, der auch in Melonen, Trauben oder anderen Früchten und Lebensmitteln vorkommt. Es wird mit Hilfe osmophiler Pilze durch eine biochemische Umwandlung aus Traubenzucker gewonnen. Eryhtritol ist ebenfalls kalorienfrei und hat quasi keine Nebenwirkungen. Die sehr schwache Süßkraft hat viele Verbraucher von diesem Zuckerersatzstoff bisher abgehalten. Zusammen mit den sehr süßen Steviolglykosiden wird Erythritol allerdings immer beliebter.

Stevia in flüssiger Form

Inzwischen gibt es Steviolglykoside-Mischungen in sehr vielen Varianten. Oft findet man neben den Pulvern in verschiedenen Süßungsgraden auch Stevia in flüssiger Form. Hierbei sind vor allem die Inhaltsstoffe zu beachten, denn viele mischen diesen sehr süßen Konzentraten künstliche Zusätze oder Aromen bei. Achten Sie beim Kauf also auf die Inhaltsliste.

Fazit: Unbedenklicher Süßstoff, der in Maßen konsumiert werden sollte

Die Einsatzmöglichkeiten von Stevia sind schier endlos. Steviolglykoside gelten als unbedenklich.

Die EU hat einen Höchstwert von 4mg Steviolglykosiden am Tag festgelegt. Dieser Wert wurde in Studien zwar um das 100-fache ohne Nebenwirkungen getestet, sollte aber trotzdem nicht überschritten werden. Vor allem die Fülle an Diät-Drinks, Limos und Süßigkeiten werden es in Zukunft schwierig machen, diesen Höchstwert einzuhalten. Trotzdem ist Stevia eine gesunde und vor allem unbedenkliche Alternative zu Zucker und synthetisch hergestellten Süßstoffen wie Aspartam oder Saccharin.