Wie wirken Arzneimittel gegen Schlafprobleme?

Wie wirken Arzneimittel gegen Schlafprobleme?

Hypnotika / Schlafmittel

Arzneimittel, die zur Beeinflussung von Schlafstörungen verwendet werden.

Antihistaminika / Antiallergika

  • -H1-Blocker werden auch als Antiemetika und Antiallergika bezeichnet
  • nicht rezeptpflichtig, deshalb hauptsächlich bei Selbstbehandlung von Schlafstörungen
  • Die wichtigsten Vertreter: Doxylamin (Hoggar) und Diphenhydramin (Dormutil)
  • Beeinflusst den REM-Schlaf
  • Beruhigender und schlaffördernder Effekt ist eigentlich eine unerwünschte Wirkung Sedativa
  • Beruhigungsmittel
  • relativ unspezifische, dämpfende Wirkung auf ZNS-Funktionen
  • Die Wirkstoffe der Sedativa werden in geringer Dosierung als Hypnotika verwendet

Chloralhydrate

  • Ist ein Prodrug, d.h. es wird erst im Körper in wirksame Form umgewandelt
  • Die Wirkform ist Trichlorethanol
  • Beispiel: Chloraldurat
  • wird als magensaftresistente Kapsel oder rekatal verabreicht
  • beeinflusst den REM-Schlaf
  • Besonderheit: Ist auf für Kinder geeignet

Barbiturate

  • dürfen heute nicht mehr zur Sedierung oder als Schlafmittel eingesetzt werden
  • kurz wirkende werden als Injektionsnarkotika verwendet
  • lang wirkende werden als Antiepileptika verwendet

Benzodiazepine

  • wichtigste Wirkstoffgruppe zur Behandlung von Schlafstörungen
  • sehr zuverlässig in der Wirkung
  • wenig Beeinträchtigung des REM-Schlafes
  • Unterscheidung der Benzodiazepine nach ihrer Halbwertzeit: kurz, mittellang oder lang wirkend
  • Beispiele: Midazolam (kurz), Nitrazepam (mittellang) und Flurazepam (lang)

Therapie von Einschlafstörungen

Hier bieten sich kurz und mittellang wirkende Benzodiazepine an. Zolpidem und Zopicion.
Beispiel: Stilnox. Diese haben einen schnellen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer.

Therapie von Durchschlafstörungen und Früherwachen

Lang wirkende Benzodiazepine. Beispiel: Valium. Einige werden vom Körper sehr langsam abgebaut.

Unerwünschte Wirkungen der Hypnotika

Bei allen besteht grundsätzlich die Gefahr der Abhängigkeit – es gibt kein Schlafmittel, das keine Gefahr
beeinhaltet, süchtig zu machen!

Chloralhydrate

  • Übelkeit
  • Verwirrung
  • Abhängigkeit äußerst selten

Antihistaminika

  • Schwindel
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Beeinträchtigung des Schlafprofils – besonders den REM-Schlaf
  • Nachwirkung: Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit
  • Vergiftung kann durch Koma und Atemlähmung tödlich ausfallen

Benzodiazepine

  • Nachwirkung: „hang-over“
  • Beeinträchtigung des Konzentrations- und Reaktionsvermögens (kein Auto fahren)
  • Muskelrelaxation, dadurch Sturz- und Unfallgefahr
  • Rebound-Effekt: Schlaflosigkeit, Verwirrung, Angst
  • Ausgeprägtes Abhängigkeitspotential

Lassen Sie sich bei Schlafproblemen immer von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.