Was in der Naturheilkunde schon lange angenommen wird, ist in der herkömmlichen Medizin oft heftig umstritten. Es folgen eine Reihe von Tests und Untersuchungen, die meist umfangreiche Ergebnisse liefern. Ein großer Vorteil auch für die Naturheilkunde, denn so werden deren Annahmen überprüft und untermauert, was dem Verbraucher mehr Sicherheit und Verlässlichkeit in Bezug auf die Produkte, die er verwendet, bietet.

So ist das auch mit Produkten, die das Coenzym Q10, auch Ubiquinol genannt, enthalten. Oft als das Anti-Faltenmittel schlechthin propagiert und Hautcremes und Lotionen beigefügt, zeigen neuere Studien, dass Q10 weitaus vielseitiger ist, als bisher angenommen, besonders wenn es nicht nur äußerlich angewendet, sondern als Kapseln oder Tabletten eingenommen wird. Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, haben wir her die neuesten Untersuchungsergebnisse für Sie zusammengetragen.

Q10 zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit

Coenzym Q10 ist maßgeblich daran beteiligt, die durch die Nahrung aufgenommene Energie in den Zellen zu körpereigener Energie (genannt ATP) umzusetzen. In den Organen Herz, Lunge, Leber und Gehirn, die den höchsten Energiebedarf aufweisen, ist es deshalb auch in der höchsten Konzentration zu finden. Daher liegt natürlich die Annahme nahe, dass Q10 auch einen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit haben könnte, was besonders für Sportler interessant ist. So wurde beispielsweise der maximale Sauerstoffverbrauch bei Belastung untersucht, wobei allerdings keine signifikanten Unterschieden feststellbar waren.

Ganz anders ist das Ergebnis aber bei Untersuchungen zur Kreislaufbelastungskapazität und der anaeroben sowie aeroben Energiebereitstellung. Während festgestellt wurde, dass die Belastbarkeit des Kreislaufs durch die Einnahme von Q10 leicht verbessert werden kann, kam es bei der anaeroben sowie aeroben Energiebereitstellung zu erheblichen Verbesserungen. Das bedeutet, dass die Nahrungsergänzung mit Q10 zu einer Leistungssteigerung führen kann.

Q10 bei Migräne

Verschiedene Fachzeitschriften empfehlen bei häufigen Migräne-Anfällen eine zusätzliche Einnahme von Coenzym CQ10. Diese Empfehlung basiert auf verschiedenen Studien, die die signifikante Abnahme der Häufigkeit und Dauer von Migräne durch Nahrungsergänzung mit Q10 bestätigen. Bei etwa der Hälfte der in der Studie untersuchten Patienten führte die tägliche Einnahme von 200mg Coenzym Q10 zu einer Senkung der Häufigkeit von migräneartigen Kopfschmerzen um ganze 50%. Aus diesem Grund wird Q10 neben Ausdauertraining und Entspannungsübungen zu den besten nicht-medikamentösen Alternativen zur Behandlung von Migräne gezählt.

Q10 bei Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz ist mit über 10 Millionen Betroffenen eine der häufigsten Herzerkrankungen in Europa. Herzinsuffizienz, im Alltagsgebrauch auch Herzschwäche genannt, bedeutet, dass das Herz nicht mehr zu 100% in der Lage ist, den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Zu den häufigsten Ursachen zählen koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen und Bluthochdruck (oft in Kombination mit einer der anderen genannten Ursachen). Eine Herzinsuffizienz kann dazu führen, dass sich im Körper Flüssigkeit ansammelt, besonders in der Lunge, aber auch im Bauchraum, den Beinen und der Leber, was die betroffenen Organe erheblich schädigen kann. Deshalb ist der Gang zum Arzt bei vorangeschrittener Herzinsuffizienz unerlässlich.

Einige Ärzte fanden schließlich heraus, dass der Coenzym Q10 Spiegel bei Patienten mit Herzinsuffizienz deutlich unter dem von gesunden Menschen liegt. Daraufhin wurden verschiedene kleinere Studien durchgeführt, die zeigten, dass die zusätzliche Einnahme von Q10 in Verbindung mit der herkömmlichen Behandlung der Herzinsuffizienz zu einer Verbesserung der Herzfunktion führt. Andere, kurzfristiger angelegte Studien wiederum weisen darauf hin, dass keine Verbesserung festzustellen sei. Eine groß angelegte Meta-Studie kam daher zu dem Ergebnis, dass der Effekt von Q10 bei vorangeschrittener Herzinsuffizienz und bei kurzzeitiger Einnahme deutlich geringer ist, als bei frühzeitiger und langfristiger Einnahme. In diesem Fall ist anzunehmen, dass kardiovaskuläre Beschwerden bei Patienten mit einer leichteren Form von Herzinsuffizienz gelindert werden können, wenn Coenzym Q10 über einen längeren Zeitraum eingenommen wird.

Q10 bei Bluthochdruck

Bluthochdruck, im Fachjargon Arterielle Hypertonie, ist eine der häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. 20% der Mitteleuropäer sind aktuell davon betroffen, mit einer Erkrankung von jedem dritten Bundesbürger ist Deutschland europaweit sogar Spitzenreiter. Nach Durchführung mehrerer kleiner Studien stellt man fest, dass die Nahrungsergänzung mit Ubiquinol im Vergleich zur Placebo-Gruppe zur Senkung sowohl des systolischen (im Durchschnitt um 12 mmHg) als auch des diastolischen (im Durchschnitt um 6 mmHg) Wertes führte. Somit wurde in diesen Untersuchungen der positive Effekt der Einnahme von Q10 auf den Bluthochdruck bestätigt, ein Ergebnis was derzeit noch in größer angelegten Studien bestätigt werden soll.

Q10 bei Diabetes

Da Diabetes mellitus in starkem Zusammenhang mit erhöhtem oxidativen Stress und einem verminderten Energiestoffwechsel steht, untersuchte man auch hier die Wirksamkeit von Q10. Bei Typ-I-Diabetikern zeigte sich, dass die Kontrolle des Blutzuckerspiegels verbessert werden konnte; bei manchen Patienten konnte sogar der Insulinbedarf gesenkt werden. Eine andere Studie, die Typ-II-Diabetiker untersuchte, konnte jedoch keine Verbesserung der Kontrolle des Blutzuckerspiegels oder der Blutfettwerte feststellen. Die Autoren der Studie betonten aber, dass das Coenzym Q10 die Kontrolle des Blutzuckerspiegels jedoch auch nicht störe, weshalb der Nahrungsergänzung mit Q10 für Typ-II-Diabetiker nichts im Wege steht. Das ist insofern wichtig, als dass Diabetes-Patienten oft zusätzlich an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, deren Symptome durch die Einnahme von Q10 verbessert werden können.

Weiterführende Informationen zu Coenzym Q10

Hier finden Sie weitere hilfreiche Informationen zu Q10

 

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