Bluthochdruck, im Fachjargon Arterielle Hypertonie genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. In Europa sind mehr als 20% der Bevölkerung betroffen; Deutschland ist hier sogar Spitzenreiter: Fas jeder dritte Bundesbürger leidet unter den Symptomen von arterieller Hypertonie, ab einem Alter von 70 Jahren steigt der Anteil an Betroffenen sogar auf 75%. Viele unterschätzen die Risiken, die mit Bluthochdruck zusammenhängen, dabei ist die Erkrankung Risikofaktor Nummer 1 für Schlaganfälle und Herzinfarkte überhaupt. Trotzdem wird die Krankheit häufig unterschätzt, denn die Beschwerden sind besonders am Anfang kaum wahrnehmbar.

Doch was ist Bluthochdruck eigentlich? Wie entsteht er und was für Auswirkungen hat er auf unseren Körper und unser Leben? Wie wird arterielle Hypertonie behandelt? Und was kann man dagegen unternehmen?

Inhaltsverzeichnis Thema: Bluthochdruck

Bluthochdruck – was genau ist das eigentlich?

grauhaarige Frau misst idealen BlutdruckBluthochdruck, wie der Name schon sagt, bezeichnet eine Erhöhung des Blutdrucks. Um aber zu verstehen, was genau dabei passiert, muss man zunächst einmal wissen, wie unser Blutkreislauf funktioniert. Das Herz pumpt beständig sauerstoffreiches Blut aus der Lunge durch die Arterien in den gesamten Organismus – um die Strecke zurücklegen zu können, braucht es natürlich einen gewissen Druck, den Blutdruck. Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Werte: Der so genannte systolische Wert bezeichnet den Druck, der durch Kontraktion der linken Herzkammer erzeugt wird, um das Blut aus dem Herzen in die Arterien zu pumpen. Der diastolische Wert hingegen bezeichnet den Druck, der in den Arterien messbar ist, wenn sich das Herz erneut mit Blut füllt. Dieser ist geringer als der systolische Blutdruckwert.

Wenn der Blutdruck gemessen wird, werden immer beide Werte angegeben, wobei der systolische Wert vor dem diastolischen genannt wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestimmte Normwerte festgelegt, anhand derer festgestellt werden kann, ob eine arterielle Hypertonie vorliegt und wie stark diese ausgeprägt ist.

Systolischer Wert (mmHg) diastolischer Wert (mmHg)
optimal < 120 < 80
normal 120 – 129 80 – 81
normal bis hoch 130 – 139 82 – 89
leichter Bluthochdruck (Grad I) 140 – 159 90 – 99
mittlerer Bluthochdruck (Grad II) 160 – 179 100 – 109
starker Bluthochdruck (Grad III) > 180 > 110

Ganz allgemein ist eine Erhöhung des Blutdrucks eine natürliche Reaktion des Körpers und, wenn es kein Dauerzustand ist, auch kein Grund zur Beunruhigung. Denn bei einem gesunden Menschen passt sich unser Herz-Kreislauf-System verschiedenen Erfordernissen an, Puls und Blutdruck erhöhen sich so zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, um stets eine gute Durchblutung des gesamten Körpers zu gewährleisten. Zudem sind natürliche Schwankungen im Tagesverlauf normal; morgens ist beispielsweise bei den meisten Menschen der Blutdruck etwas höher als mittags oder nachts.

Liegt der Blutdruck allerdings permanent bei Werten über 140/90 mmHg, so spricht man von einer arteriellen Hypertonie, die unbedingt behandelt werden sollte. Diese wird in drei Grade unterteilt; bei einem leichten Bluthochdruck liegen noch keine, bei mittlerem leichte und bei starkem Bluthochdruck bereits massive Schäden in den Blutgefäßen und Organen und dementsprechende Folgeerkrankungen vor.

Man unterscheidet außerdem zwei Formen des Bluthochdrucks, die primäre und die sekundäre Hypertonie. Während bei der sekundären Hypertonie, an der nur etwa 5 – 15 % der Betroffenen leiden, eine Grunderkrankung, zum Beispiel eine Erkrankung der Nieren oder eine Störung des Hormonsystems, vorliegt, die für den Bluthochdruck verantwortlich ist, sind die Ursachen für eine primäre Hypertonie weitaus komplexer.

Was sind die Ursachen für Bluthochdruck?

Die Ursachen für eine primäre Hypertonie sind sehr vielfältig und oft nicht so leicht auszumachen oder voneinander zu trennen. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang oft von Risikofaktoren, die Bluthochdruck begünstigen können.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:Ursachen für einen zu hohen Blutdruck

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Verzehr von hohen Mengen Kochsalz
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Alkoholkonsum
  • Rauchen

Obwohl natürlich jeder Mensch unterschiedlich reagiert und unterschiedlich anfällig ist – umso mehr dieser Faktoren zusammenkommen, desto höher ist das Risiko, tatsächlich an Bluthochdruck zu erkranken. Zudem spielt auch die Vererbung eine Rolle: Leiden beispielsweise die Eltern bereits an Bluthochdruck, so steigt auch die Wahrscheinlichkeit selbst betroffen zu sein.

Was sind die Symptome von Bluthochdruck?

Symptome für Bluthochdruck sind häufig sehr unauffällig oder fehlen sogar ganz, weshalb die meisten Betroffenen erst durch Folgeerkrankungen bemerken, dass etwas nicht stimmt. Besonders das Gehirn, das Herz-Kreislauf-System, die Blutgefäße, Nieren und Augen leiden unter permanentem Bluthochdruck. Zudem schädigt der dauerhaft erhöhte Blutdruck die Arterien, die wiederum den ganzen Körper mit Blut versorgen.

Obwohl der Krankheitsverlauf bei jedem Menschen unterschiedlich ist, werden die folgenden Beschwerden zu den Symptomen von Hypertonie gezählt:

  • Kopfschmerzen (vor allem im Hinterkopf und besonders morgens nach dem Aufstehen)
  • Schwindel
  • Engegefühl in der Brust
  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche/ vermehrtes Schwitzen
  • Nasenbluten
  • Nervosität
  • Erektile Dysfunktionen
  • Erbrechen
  • Beeinträchtigung der Sehkraft

Die Stärke oder Art der Symptome geben allerdings keine Auskunft darüber, wie stark der Bluthochdruck ist. Da wie bereits erwähnt, die Symptome oft sehr unauffällig sind, können schon kleinere Anzeichen Hinweise auf Bluthochdruck sein. Da auch im Alter das Risiko steigt, an arterieller Hypertonie zu erkranken, empfiehlt es sich daher besonders für ältere Menschen, den Blutdruck regelmäßig zu messen und untersuchen zu lassen, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?

Unter Bluthochdruck leiden zunächst einmal die Arterien und Blutgefäße, denn sie sind einer permanent größeren Belastung ausgesetzt. Durch diese Dauerbelastung und besonders in Verbindung mit anderen der genannten Risikofaktoren (beispielsweise starkes Übergewicht oder Rauchen) kann sich so eine Arteriosklerose, also einer Verhärtung und Verdickung der Gefäßwände der Arterien, entwickeln. Dadurch besteht eine erhöhte Gefahr, im Laufe gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden.

Herzinfarkt

Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit einer durch Bluthochdruck ausgelösten Arteriosklerose in Verbindung gebracht werden, zählen vor allem koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkte und Herzinsuffizienz. Diese werden wiederum für 50% der Todesfälle bei Frauen und 45% der Todesfälle bei Männern verantwortlich gemacht; auch hier ist Deutschland wieder Spitzenreiter in ganz Europa.

Aber nicht nur das Herz-Kreislauf-System leidet unter Bluthochdruck. Wird über Jahre hinweg nichts dagegen unternommen, kann fast jedes unserer Organe beeinträchtigt werden. Besonders gefährdet ist das Gehirn, denn eine Schädigung der Blutgefäße im Hirn kann Schlaganfälle verursachen. Auch die Nieren sind oft von den Folgen des Bluthochdruckes betroffen; die Nierenfunktion wird immer mehr beeinträchtigt bis es zu einer Niereninsuffizienz oder sogar Nierenversagen kommt. Während es häufig auch zur Schädigung der Augen kommt, was zu einem verminderten Seevermögen oder Erblindung führen kann, sind Durchblutungsstörungen in den Gliedmaßen eher selten, aber nicht minder kritisch.

Gerade deshalb ist es umso wichtiger Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, noch bevor es zur Organschädigung kommt. Das wichtigste Ziel, ob in der klassischen oder der alternativen Behandlung ist es also, den Blutdruck dauerhaft zu senken und auf Normalwerte zu bringen, um potentielle tödliche Erkrankungen zu verhindern.

Wie wird Bluthochdruck in der klassischen Schulmedizin behandelt?

Bluthochdruck SchulmedizinStellt der Arzt eine arterielle Hypertonie fest, wird zunächst überprüft, ob es sich um die sekundäre Form handelt, die durch eine bereits bestehende Vorerkrankung ausgelöst wird. In diesem Fall wird nicht der Bluthochdruck, sondern die Erkrankung selbst behandelt. Die große Mehrheit der Betroffenen leiden jedoch an einer primären Hypertonie, für die der Arzt in der Regel ein blutdrucksenkendes Präparat verschreibt.

Der große Vorteil solcher Blutdruck-Medikamente liegt auf der Hand: Mit einem geringen Zeitaufwand und ohne zusätzliche Maßnahmen können schnell gute Ergebnisse erzielt werden. Allerding haben auch Blutdrucksenker, wie alle Medikamente, einige Nachteile, nicht nur, weil sie mitunter schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich bringen. Zunächst einmal muss man sich bewusstmachen, dass Bluthochdruck nicht heilbar ist. Mitunter ist man deshalb nach der Diagnose ein Leben lang auf diese Medikamente angewiesen. Besonders bei einer starken Hypertonie ist das natürlich durchaus sinnvoll und in manchen Fällen auch absolut notwendig.

Stellt man Bluthochdruck allerdings frühzeitig fest und liegt noch eine leichte Hypertonie vor, gibt es auch einiges, was man noch selbst und ohne Medikamenteneinnahme dagegen unternehmen kann.

Diagnose Bluthochdruck – was kann ich selbst dagegen tun?

Da Bluthochdruck wie gesagt prinzipiell nicht heilbar ist, sollte man sich vor allem auf die Minimierung der bereits erwähnten Risikofaktoren konzentrieren – und das besser zu früh als zu spät! Das bringt natürlich eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise mit sich. Die folgenden Empfehlungen können besonders bei einer leichten Hypertonie schon eine deutliche Verbesserung hervorrufen.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist der erste und beste Schritt, Bluthochdruck vorzubeugen oder zu senken. Dabei sollte man bewusst auf fettreiche Speisen, wie beispielsweise Wurst und fettes Fleisch, verzichten. Ebenfalls sollte man auf eine salzarme Kost setzten und nicht zu scharf essen.

Dass Obst und Gemüse gesund ist, wissen ja die meisten; dass viele Obst- und Gemüsesorten aber auch aktiv dazu beitragen können den Blutdruck zu stabilisieren, ist vielen neu. Als besonders gut erweisen sich dafür Pastinaken, Fenchel, Kartoffeln, Sellerie, Kohl, Petersilie, Bananen und Papayas, aber auch Trockenobst wie z. B. getrocknete Aprikosen, Datteln, Feigen und Rosinen, sowie viele Nüsse. Und, das wird viele Naschkatzen überraschen, Schokolade kann sich ebenfalls günstig auf den Blutdruck auswirken, allerdings nur Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 80%.

Zuletzt sollten man außerdem auf eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Nähr- und Vitalstoffen sowie Spurenelementen achten, da nur so eine optimale Funktion unseres Organismus gewährleistet werden kann. Nahrungsergänzungsmittel können einen möglichen Mangel kurzfristig ausgleichen, langfristig hilft allerdings nur eine dauerhaft gesunde Ernährung.

Mehr Bewegung

Bewegung ist das A und O für eine gesunde Lebensweise! Für Hypertoniker sind besonders Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Joggen besonders geeignet, da sie den Blutdruck nicht, wie beispielsweise Kraftsport, in die Höhe schnellen lassen. Auch wenn es vielen schwerfällt, mindestens 30 Minuten am Tag sollten es schon sein. Schon ein Spaziergang am Tag kann deutlich zum Wohlbefinden beitragen.

Am besten man überlistet sich einfach selbst und baut Bewegung so in den Tag ein, dass man sich gar nicht mehr davor drücken kann. Nehmen Sie doch einfach die Treppen statt den Aufzug, fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit oder lassen Sie das Auto hin und wieder einfach mal stehen. Sie werden sehen, so schwierig ist das gar nicht, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.

Gewichtsreduktion

Um den Blutdruck dauerhaft zu senken, sollte man zudem Übergewicht vermeiden, denn dadurch werden nicht nur die Gelenke, sondern auch das Herz-Kreislauf-System vermehrt belastet. Dabei braucht es nicht unbedingt eine Crash-Diät, bei der sofort viele Pfunde purzeln. Mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung sollte eine allmähliche und schonende Gewichtsreduktion erreicht werden.

Vermeidung von Stress

In der Evolution des Menschen hatte Stress durchaus mal einen guten Grund: Durch die Ausschüttung von Adrenalin und die Erhöhung des Blutdrucks wurden unsere Vorfahren zur Flucht vor beispielsweise Raubtieren befähigt. In der heutigen Zeit hat Stress allerdings nur noch selten einen direkten Nutzen für uns. Trotzdem leiden sehr viele Menschen unter andauerndem Stress, der irgendwann nicht mehr abgebaut werden kann. Das Resultat ist eine permanente Anspannung, die sich eben auch in Bluthochdruck äußern kann.

Achten Sie deshalb darauf, sich im Alltag regelmäßige Pausen zur Erholung zu gewähren. Nehmen Sie sich zum Beispiel mehr Zeit für ihre Mittagspause, in der Sie nicht nur schnell vor dem PC Fastfood essen, sondern das Büro verlassen, in Ruhe etwas essen, oder spazieren gehen. Und auch sonst sollten Sie über den Tag verteilt hin und wieder abschalten, die Augen schließen und bewusst ausruhen.

Keine Zigaretten und Alkohol

Am besten ist es natürlich, gar nicht zu Rauchen und keinen Alkohol zu trinken. Können Sie jedoch gar nicht darauf verzichten, dann versuchen Sie zumindest, beides weitestgehend einzuschränken. Denn besonders Rauchen begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches!

Unser Tipp zum Schluss: Disziplin, Disziplin, Disziplin

Auch wenn der innere Schweinehund laut aufjault, dranbleiben bringt’s! Seine komplette Ernährungs- und Lebensweise komplett umzustellen ist keineswegs einfach und erfordert eine große Portion Selbstdisziplin. Schafft man es allerdings dauerhaft dabei zu bleiben, wird der eigene Körper es einem Danken.